tendinopathie

Mikroinvasive Therapien bei Sehnenbeschwerden

Wenn konservative Massnahmen nicht ausreichen oder wirkungslos sind, bietet die mikroinvasive Therapie eine gezielte, wirksame Behandlungsoption – ohne Operation, in gezielten Fällen mit klarer Wirkung. Je nach Art und Ausprägung der Tendinopathie kommen zwei Verfahren infrage, die je nach Patienten auch miteinander kombiniert werden können:

Das Wichtigste auf einen Blick!

  • Tendinopathien sind schmerzhafte Reizungen von Sehnen (Tendines), Enthesiopathien von Sehnenansätzen (Enthesien). Besonders häufige Formen sind
    • Tennisellenbogen
    • Golferellenbogen
    • Reizungen der Achillessehne,
    • Plantarsehne des Fusses (Fersensporn),
    • Schultersehnen (vor allem der supraspinatus-Sehne und die adhäsive Kapsulitis).
  • Die Beschwerden sind meist die Folge von Überlastungen oder Fehlbelastungen, etwa bei einseitigen Bewegungen im Beruf oder bestimmten Sportarten.
  • Typische Symptome sind lokale Schmerzen, Kraftverlust und dadurch zunehmende Einschränkungen im Alltag.
  • In Ruhe bessert sich der Schmerz oft, bei Belastung flammt er schnell wieder auf. In fortgeschrittenen Stadien treten die Schmerzen auch in Ruhephasen auf.
  • Die betroffene Sehne kann tastbar verdickt sein und empfindlich auf Berührung reagieren.
  • Nicht immer handelt es sich um eine klassische Entzündung, wesentlich öfter um eine degenerative Veränderung.
  • Im Frühstadium helfen Schonung, Kühlen und gezielte Dehnübungen.
  • Salben, Schmerzmedikamente, Bandagen und manuelle Therapie/Physiotherapie bringen oft zumindest vorübergehend Linderung.
  • Injektion von Cortisol ist nur in Akutfällen angebracht, bei langfristiger Anwendung werden die Sehnen brüchig (Achillessehnenriss!).
  • Ziel der Behandlung von Tendinopathien und/oder Enthesiopathien ist es, den Reizzustand zu durchbrechen, die Sehne zu entlasten und langfristig stabil zu halten.

Infiltrationstherapie – präzise Hilfe direkt an der Sehne

Bei dieser bewährten Methode werden Wirkstoffe gezielt an den Ort der Reizung injiziert, zum Beispiel Lokalanästhetika, niedrig dosierte Corticoide, Hyaluronsäure oder Eigenblutkonzentrat (PRP). So lassen sich Schmerzen effektiv lindern, Entzündungen hemmen und die Regeneration fördern.

Die Behandlung erfolgt unter bildgebender Kontrolle – in der Regel ambulant – und kann bei Bedarf problemlos wiederholt werden.

Transarterielle Mikroembolisation (TAME) – Moderne Technik bei chronischen Reizzuständen von Sehnen

In besonders hartnäckigen Fällen, etwa nach jahrelang anhaltenden Beschwerden ohne markante Besserung, kann die transarterielle Mikroembolisation eine echte Alternative zu sonstigen Verfahren sein. Dadurch werden überzählige Neubildungen von Gefässen gezielt verschlossen, die den Reizzustand aufrechterhalten. Dadurch gehen auch begleitende pathologische Nervenfasern zugrunde, die die Schmerzen vermitteln. Der Eingriff erfolgt über einen dünnen Katheter, ist minimalinvasiv und wird ambulant durchgeführt.

Durch die Reduktion der überflüssigen Kapillaren kommt es zu einer Reizlinderung, und die Sehne erhält wieder eine Chance zur Regeneration.

Geeignet bei:

  • Tennisellenbogen
  • Golferellenbogen
  • Reizung der Achillessehne oder Plantarsehne (Fersensporn)
  • chronischen Entzündungen des Sehnenansatzes an der Schulter (v.a. supraspinatus-Sehne)
  • adhäsive Kapsulitis der Schulter
  • therapieresistenten Sehnenschmerzen trotz konservativer Therapie


Vorteile:

  • gezielte, punktuelle Behandlung
  • keine Operation, keine Vollnarkose
  • ambulant oder kurz stationär durchführbar
  • nachhaltige Wirkung, oft auch bei langwierigen Beschwerden

Wenn Schmerzmittel nicht helfen: Liegt es am Gefässsystem?

Bei chronischen Sehnenbeschwerden am Ellenbogen, an Schulter, Achillessehne oder Ferse ist nicht immer die Sehne selbst das Problem: Häufig finden sich kleine, schmerzvermittelnde Gefässe in der Umgebung, die die Heilung behindern. Diese lassen sich durch gezielte Embolisation ausschalten – der Schmerz lässt nach, ohne dass operiert werden muss.

Fazit zur mikroinvasiven Therapie bei Tendinopathien

  • Chronische Sehnenreizungen gehören zu den häufigsten, aber auch hartnäckigsten Schmerzursachen im Bewegungsapparat. Die mikroinvasive Therapie eröffnet hier neue Möglichkeiten: präzise, schonend und wirksam – auch dann, wenn andere Massnahmen nicht mehr weiterhelfen. Wir setzen diese moderne Technik gezielt dort ein, wo sie den grössten Nutzen hat – für eine möglichst schnelle Rückkehr in den beschwerdefreien Alltag.

    Gerne klären wir mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch, ob eine mikroinvasive Behandlung auch in Ihrem Fall sinnvoll ist!

Wir beraten Sie gerne persönlich!

Weitere behandelbare Erkrankungen

Susanne Constantinescu
Spezialistin für Mikroinvasive Therapie

Sprechen Sie uns einfach an - bei uns sind Sie in guten Händen!