Mikroinvasive Therapien bei gutartiger Prostatavergrösserung
Die transarterielle Mikroembolisation (TAME) – in diesem speziellen Fall auch PAE (Prostata-Arterien-Embolisation) genannt, ist eine schonende Alternative zur Operation bei benigner Prostatahyperplasie.
Das Wichtigste auf einen Blick!
- Benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet eine gutartige Vergrösserung der Vorsteherdrüse.
- Diese betrifft viele Männer ab dem mittleren Alter; etwa die Hälfte aller 50-Jährigen und bis zu 90 Prozent aller 80-Jährigen leidet daran
- Die Prostata liegt direkt unterhalb der Blase, wo sie die Harnröhre umschliesst. Daher drückt sie diese mit zunehmender Grösse ab und sorgt für schwächeren Harnfluss.
- Die Beschwerden beginnen fast immer harmlos und verschlimmern sich stetig im Laufe der Jahre.
- Typische Symptome einer Prostatahyperplasie sind häufiger Harndrang (besonders nachts), Startschwierigkeiten beim Wasserlösen und Nachträufeln.
- Oft wird die Blase nicht mehr vollständig entleert; dadurch steigt das Risiko von Harnwegsinfektionen und Blasensteinen.
- Die Diagnose erfolgt mittels rektaler Tastuntersuchung, Ultraschall, Harnflussmessung (Uroflowmetrie). Mit einer multiparametrischen MRT lässt sich ein Prostatakarzinom auschliessen.
- In den frühen Stadien der BPH helfen oft pflanzliche Mittel (Phytopharmaka wie Beta-Sitosterin), später Medikamente (Alpha-1-Blocker, 5-alpha-Reduktase-Hemmer).
- Bei anhaltenden Beschwerden kann eine operative oder mikroinvasive Behandlung notwendig werden.
- Ziel der Behandlung ist die Linderung der Beschwerden, ohne Lebensqualität und Sexualität einzuschränken.
Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) – präzise Entlastung ohne Schnitt
Über einen feinen Katheter, der meist über die Leistenarterie eingeführt wird, injiziert man bildgesteuert kleinste Partikel in die Blutgefässe der Vorsteherdrüse. Dort blockieren sie die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung der überaktiven Anteile der Drüse – die Prostata schrumpft allmählich, und der Harnfluss verbessert sich merklich.
Geeignet bei:
- mässigen bis starken Beschwerden beim Wasserlösen
- Wunsch nach Erhalt der Prostata und Schonung der Sexualfunktion
- erhöhtem OP-Risiko oder Ablehnung operativer Verfahren
- erhöhter Blutungsneigung oder Prostatablutungen
- Patienten, die keine Bluttransfusion möchten
Vorteile:
- kein Bauchschnitt, keine Vollnarkose
- Harnröhre bleibt unbeeinträchtigt
- Sexualfunktion wird in der Regel erhalten
- kurzzeitig stationär
- rasche Rückkehr in den Alltag
PAE – gezielte Hilfe ohne Eingriff durch die Harnröhre
Viele Männer schrecken vor operativen Massnahmen bei Prostatabeschwerden zurück – vor allem, wenn diese durch die Harnröhre erfolgen sollen. Die Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) ist eine minimalinvasive Alternative: Sie schont die Harnröhre und die Sexualfunktion und erreicht dennoch eine deutliche Besserung des Urinflusses und des nächtlichen Wasserlösens.
Fazit zur mikroinvasiven Therapie bei benigner Prostatahyperplasie
- TAME/PAE ist eine moderne, gut verträgliche und international anerkannte Alternative zur OP bei Prostatavergrösserung – präzise, wirkungsvoll und ohne Skalpell.
- Diese Methode wurde in die Leitlinien zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) aufgenommen.*
Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie diskret, individuell und auf Augenhöhe!
*AUA Guidelines 2023; EAU Guidelines 2024, NICE Guidelines 2018 für Urologen und Radiologen


