Mikroinvasive Therapie bei Neurinom
Verursacht ein gutartiger Nerventumor Beschwerden, stellt sich rasch die Frage: Operieren – ja oder nein? Denn obwohl Neurinome selten entarten und bösartig werden, können sie Druck auf umliegende Strukturen ausüben. Das Problem dabei: Die chirurgische Entfernung ist technisch anspruchsvoll und kann benachbarte Nerven schädigen – mit bleibenden Schäden wie Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen als Folge.
Eine vielversprechende alternative Behandlung für das Neurinom ist die Kryoablation. Dabei wird eine millimeterdünne Sonde punktgenau in den Tumor eingebracht, wo sie über spezielle Kühlkreisläufe extreme Kälte bis zu -80 °C vermittelt. Diese vereist das Krebsgewebe und zerstört es, ohne das umliegende Nervengewebe zu beeinträchtigen.
Der Eingriff erfolgt unter bildgebender Kontrolle mit CT oder MRT und in lokaler Betäubung oder Kurznarkose. Der Vorteil dieses Verfahrens: Das Neurinom wird ausgeschaltet, aber die Nervenfunktion bleibt in der Regel erhalten. Eine stationäre Aufnahme ist meistens nicht erforderlich.
Das Wichtigste auf einen Blick!
- Ein Neurinom (häufig auch als Schwannom bezeichnet) ist ein gutartiger Tumor des peripheren Nervensystems, der aus den isolierenden Schwann-Zellen der Nerven entsteht.
- Neurinome wachsen langsam, können aber durch Druck auf benachbarte Nerven starke Schmerzen verursachen.
- Häufig betroffen sind sensible Nerven im Bereich von Kopf, Hals oder Wirbelsäule (zum Beispiel Akustikusneurinom (Vestibularisschwannom), spinales Neurinom oder Morton-Neurinom.
- Typische Symptome sind Gefühlsstörungen, Schmerzen, Taubheit, seltener Lähmungen. Anhaltende Beschwerden sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.
- Viele Neurinome werden zufällig entdeckt, etwa bei einer MRT-Untersuchung wegen Rückenschmerzen.
- Bei kleinen Tumoren ohne Beschwerden reicht in den meisten Fällen eine Verlaufskontrolle aus.
- Nehmen die Beschwerden zu wird meist eine Operation empfohlen. Die ist aber nicht immer ideal.
- Besonders bei Neurinomen an kritischen Stellen wie an den Spinalnerven (spinales Neurinom) ist eine Operation riskant.
- Hier bietet die Kryoablation eine schonende mikroinvasive Alternative: gezielt, präzise und nervenschonend.
- Ziel der Behandlung ist die vollständige Ausschaltung des Tumors durch Kälte, ohne die benachbarten Nerven zu verletzen.
Für wen eignet sich die Kryoablation – und welche Vorteile bietet sie?
Geeignet bei:
- symptomatischen Spinalnerven-Neurinomen
- peripheren Schwannomen mit zunehmendem Druckgefühl
- Akustikusneurinomen als kleinen, nicht operablen Läsionen
- Rückenschmerzen mit nervenbedingter Kompression
- Patientinnen und Patienten mit erhöhtem OP-Risiko
Vorteile:
- gezielte Tumorablation ohne Nervenschädigung
- präzise, bildgesteuerte Behandlung unter lokaler Betäubung
- keine Narbe, keine Blutung, geringe Ausfallzeiten
- nervenschonendere Alternative zur Operation
- ambulant oder kurz stationär durchführbar
Neurinom: Warum Kälte statt Skalpell?
Die Kryoablation eignet sich besonders für gutartige Tumoren in nervennaher Lage. Denn während Hitzeverfahren wie die Radiofrequenzablation (RFA) enpfindliche Nerven leicht schädigen könnte, ist Kälte wesentlich selektiver: Nervengewebe toleriert niedrige Temperaturen besser als hohe und regeneriert vollständig. Das macht die Kryotechnik ideal für schmerzfreie, gezielte Eingriffe bei Neurinomen.
Fazit: Moderne Behandlung des Neurinoms
Auch gutartige Tumoren können belastend sein – vor allem dann, wenn sie empfindliche Nerven bedrängen. Die Kryoablation bietet hier eine moderne, minimalinvasive Lösung, die das Neurinom effektiv beseitigt, ohne den betroffenen Nerv dauerhaft zu schädigen. Eine Option für alle, die auf eine nervenschonende Behandlung setzen.
Gerne beraten wir Sie persönlich, ob eine Kryoablation auch bei Ihnen sinnvoll ist – präzise, schonend und individuell auf Sie zugeschnitten!


