Mikroinvasive Therapien zur Appetitkontrolle
Die transarterielle Embolisation der Magenarterie (Bariatrische TAME) ist ein innovatives Verfahren, das auf die Regulation des „Hungerhormons“ Ghrelin abzielt. Der Eingriff beeinflusst nicht das Verdauungsorgan selbst, sondern wirkt an der hormonellen Wurzel des gesteigerten Appetits.
Das Wichtigste auf einen Blick!
- Übergewicht und Adipositas sind weit verbreitet; in der Schweiz gelten rund 43 Prozent der Erwachsenen als übergewichtig.
- Adipositas erhöht das Risiko für Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes, Gelenkbeschwerden, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Viele Betroffene scheitern trotz Diäten, Sport und Medikamenten langfristig an einer Gewichtsabnahme.
- Ursache für Übergewicht ist nicht allein der Lebensstil, sondern auch ein komplexes Zusammenspiel aus Stoffwechsel, Hormonspiegeln, Genetik und Appetitregulation.
- In der Magenwand befinden sich hormonaktive Areale, die das Hungergefühl steuern, insbesondere über das Hormon Ghrelin.
- Bei starkem Übergewicht ist der Blutwert von Ghrelin oft dauerhaft erhöht – selbst nach Gewichtsverlust und/oder Diät.
- Chirurgische Eingriffe wie Magenbypass oder Schlauchmagen sind wirksam, aber mit erheblichen Risiken und lebenslanger Umstellung von Gewohnheiten verbunden.
- Eine Operation kommt zudem nicht für jeden infrage – sei es aus gesundheitlichen, persönlichen und/oder psychologischen Gründen.
- Die transarterielle Mikroembolisation (TAME) eröffnet eine moderne Option, den Appetit gezielt zu zügeln – ohne Schnitt, ohne Narkose.
- Ziel ist es, die hormonelle Hungerregulation zu beeinflussen, die Kalorienaufnahme zu reduzieren und den Einstieg in eine nachhaltige Gewichtsabnahme zu erleichtern.
Mikroinvasive Therapien zur Appetitkontrolle
Über einen dünnen Katheter, der über einen kleinen Einstich in der Leistenregion eingeführt wird, gelangt die behandelnde Ärztin oder der Arzt zu einer bestimmten Arterie, die einen Abschnitt des Magens versorgt, den Fundus, in dem Ghrelin gebildet wird. Dort werden mikroskopisch kleine Partikel eingeschwemmt, die die lokale Durchblutung reduzieren. Dadurch sinkt die Ghrelinproduktion, und der Hungerimpuls nimmt ab.
Patientinnen und Patienten berichten von einem deutlich verringerten Appetit und erleichterter Kontrolle über das Essverhalten, besonders in den ersten Monaten nach dem Eingriff. Das Verfahren lässt sich kurz stationär durchführen.
Geeignet bei:
- mittlerem bis starkem Übergewicht mit hohem Appetitdruck
- wiederholtem Scheitern klassischer Diäten
- Unverträglichkeit gegenüber medikamentöser Therapie
- Ablehnung operativer Eingriffe
- Wunsch nach weniger belastender, aber wirksamer Methode zur Gewichtsregulation
Vorteile:
- kein Bauchschnitt, keine Entfernung von Teilen des Magens
- keine lebenslange Ernährungsumstellung und Nahrungsergänzung notwendig
- spürbare Appetitreduktion über Monate hinweg
- kombinierbar mit Ernährungsberatung und Bewegungskonzepten
Kein Schnitt – und trotzdem weniger Hunger?
Viele Betroffene sind erstaunt, dass sich das Hungergefühl ohne Operation beeinflussen lässt. Tatsächlich zeigen Studien, dass durch die gezielte Embolisation bestimmter Magenarterien die Produktion des „Hungerhormons“ Ghrelin reduziert werden kann. Der Effekt: Weniger Appetit und damit bessere Chancen, Gewicht zu verlieren, ohne sich dauerhaft zu quälen.
Fazit mikroinvasive Therapie zur Gewichtsreduktion
Nicht jede Gewichtsreduktion braucht gleich eine Operation. Die transarterielle Mikroembolisation (TAME) bietet eine vielversprechende Option, über den Weg der Appetitregulation einen neuen Einstieg in die Gewichtsabnahme zu schaffen. Sie ersetzt keine Änderung des Lebensstils, erleichtert sie aber spürbar.
Gerne besprechen wir mit Ihnen, ob dieses Verfahren in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist – diskret, ehrlich und ohne Druck!


